Zwergwidder chinchillafarbig-weiß
Rassebericht Zwergwidder chin-weiss von Sven Ladwig
"Ein Farbtupfer für jede Ausstellung"
Rassebericht Zwergwidder chin-weiss von Sven Ladwig
Als Jugendlicher begann ich vor über 25 Jahren mit der Rassekaninchenzucht. Die ersten Schritte machte ich mit Farbenzwergen, grau. Es folgten Kleinchinchilla und Kleinsilber, schwarz. Aber vor zwölf Jahren verliebte ich mich in die Zwergwidder. Es sollten die "Grauen" sein.
Die Zucht verlief in diesen Jahren relativ erfolgreich, abgesehen von einigen Tiefen. Der Wunsch nach einer "Zweitrasse" wurde immer stärker und die Suche begann. Es kamen und gingen einige Farbenschläge der Zwergwidder bis meine Frau und ich die Chinchilla-weißen entdeckten. Sie fesselten mich sofort und es wurden ein, zwei Zuchttiere beschafft.
Die Erwartung an die ersten Jungtiere im Nest war sehr groß. Waren sie gut gezeichnet? Waren überhaupt gezeichnete Tiere gefallen? Der erste Wurf mit sechs Jungen war da, es waren fünf Zeichnungstiere und ein sogenannter Weißling. Im zweiten Wurf wurden drei Zeichnungstiere geboren und ein einfarbiges Tier. Die einfarbigen Tiere wurden weiterhin als seperater Farbenschlag in die Zucht aufgenommen.
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Standard und Zucht
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1. Gewicht:
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Der Standard sieht ein Normalgewicht von über 1,5 bis 1,9 kg vor. Über 1,9 kg bis zum zulässigen Höchstgewicht von 2,0 kg wird ein Punkt abgezogen.
Bei den Chinchilla-weißen sollte es keine Probleme mit dem Normalgewicht geben. Der Hauptteil der Tiere zeigt heute schon einen Gewichtsrahmen von 1,6 - 1,8 kg. Bei typischen Zwergwiddern ist dieses kein Problem.
Bei meinen Zuchthäsinnen werden aber schon mal die 1,9 kg überschritten. Sie bringen aber auch etwas größere Würfe zur Welt und ziehen sie ohne Probleme auf.
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2. Körperform, Typ und Bau:
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Von einem Zwergwidder wird verlangt, dass dieser kurz gedrungen, breitschultrig und sich mit einem breiten, gut abgerundeten Becken zeigt. Der kräftige Nacken sollte auch ohne sichtbaren Hals versehen sein.
Auch sollten die Tiere "Stand" zeigen und mit nicht zu langen, kräftigen Läufen. Dass Häsin und Rammler frei von Wammenansatz sind, sollte selbstverständlich sein.
In manchen Zuchten der Chin-weißen sieht man schon sehr gute Körperformen. Oftmals sind diese Tiere vorne noch recht schmal und verjüngt, aber trotzdem mit einem sehr gut abgerundetem Becken. Augenmerk muß in der Zukunft verstärkt auf eine bessere Schulterpartie gelegt werden.
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3. Fellhaar:
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Das Fellhaar der Zwergwidder wird verhältnismäßig kurz verlangt. Es sollte dicht in der Unterwolle sein. Die feine Struktur zeichnet sich durch eine feine, gleichmäßige Begrannung aus. Auch sollten die Ohren gut behaart sein.
Leider ist im Standard keine konkrete Längenangabe zu finden. Man sollte sich vielleicht an die Farbenzwerge anlehnen.
Ich persönlich bevorzuge eine von 2,4 - 2,6 cm Felllänge. Bei dieser Länge passt auch die Begrannung am besten. Oftmals sieht man noch Tiere, bei denen das Fellhaar noch recht lang ist. Dieses täuscht auch recht markante Köpfe vor. Viele Zuchten sind aber auf dem richtigen Wege, die Felle kürzer zu machen.
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4. Kopfbildung:
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Der markant ausgeprägte Widderkopf ist das Aushängeschild dieser Rasse. Er soll kurz, kräftig und eine breite, gut entwickelte Schnauzpartie besitzen. Und dabei starke Kinnbacken, eine breite Stirn und eine schöne Ramsung zeigen.
Nicht erwünscht sind ein Häsinnenkopf beim Rammler und anders herum ein ausgeprägter Rammlerkopf bei der Häsin. Wobei ich letzteres noch nie auf den Bewertungskarten vermerkt gesehen habe.
Diese Kopfbildung bei den Zwergwiddern bereitet am wenigsten Probleme. Man sieht eigentlich durchgängig prima Köpfe. Selten lange und schmale Köpfe. Auch bei seltenen Farbschlägen kann man schon sehr typische Widderköpfe beobachten.
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5. Behang:
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Der Behang und die Krone gehören mit zu den wichtigsten Punkten für einen Widderzüchter. Die Kronen werden durch die stark ausgebildeten Ohrenansätze gebildet. Sie sollten gut sichtbar in Erscheinung treten.
Der Behang wird hufeisenförmig mit der Schallöffnung nach innen getragen. Die Behanglänge wird im Standard mit 22 - 28 cm angegeben. Stabil im Gewebe und an den Enden gut abgerundet.
Bei den Zwergwiddern gibt es Tiere mit hervorragend getragenem Behang von knapp über 24 cm. Aber auch solche mit fast 28 cm, der doch schwebend getragen wird. Hier muß jeder Züchter seinen eigenen Mittelweg finden. Nach meiner Meinung muß der Behang zur Masse des Körpers passen. Zu einem Tier mit knapp 1,5 kg paßt kein Behang mit 28 cm. Ebensowenig Tiere, die größer sind, 1,9 kg wiegen und kurze Behänge von 24 cm tragen.
Ich strebe bei den Chinchilla-weißen eine Behanglänge von 24 - 26 cm bei einem Gewicht von 1,6 - 1,8 kg an.
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6. Farbe und Zeichnung der Chinchilla und Chinchilla-weißen:
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Durch die Mutation des Pigmentbildungsfaktors A zu a chin hat ein im Prinzip wildfarbiges Kaninchen zur Folge, dem lediglich des gelbe Farbstoff fehlt. Daher ist die Zwischenfarbe weiß, die Deckfarbe an den Wildfarbigkeitsabzeichen einschließlich des Nackenkeils ebenfalls.
Durch Fehlen des gelben Farbstoffes erscheint die Deckfarbe bläulich aschgrau. Je klarer das Spiel der blaugrauen Decke, die schwarze Schattierung und die weißen Wildfarbigkeitsabzeichen in Erscheinung treten und je leuchtender die Zwischenfarbe ist, umso wertvoller sind diese Tiere für die Zucht.
Bei den Chinchilla-weißen kommt nun noch die Mantelzeichnung hinzu. Bei der Mantelzeichnung wird der Kopf einschließlich des Kronenbereichs und der Behang von der Zeichnungsfarbe erfaßt.
In der Mitte der Stirn soll ein weißer Fleck vorhanden sein. Kleinere Ausläufer am Stirnfleck und kleinere weiße Spritzer im nahen Bereich des Stirnflecks bleiben unberücksichtigt.
Die Kinnbackeneinfassung und der Unterkiefer sollen weiß sein. Weiterhin bleiben kleine weiße Einläufer im Schnauzbereich auch unberücksichtigt. Dagegen ist eine gefärbte Unterlippe nicht erwünscht.
Der Rumpf wird von der Mantelzeichnung bedeckt. Der Rücken soll von den Schultern bis hinunter über die ganze Hinterpartie von der Zeichnungsfabe bedeckt sein. Ebenso die Flecken und die Oberseite der Blume. Oftmals ist die Sprenkelung der Blumenoberseite kaum oder nur schwach vorhanden. Kleine, weiße Flecke im Genick bis zum Ende der Schulerblätter, sowie kleine, weiße Flecke im nahen Randbereich der Blume bis zur hochgelegten Blumenspitze bleiben unberücksichtigt. Die Brust der Mantelschecken soll völlig weiß sein. Die Vorder- und Hinterläufe, sowie die Blumenunterseite sollen ebenfalls weiß sein. Wenn Einläufer und Flecken an den Flanken und Schulterbereich nicht zu weit in den Mantel hinein ragen, bleiben diese unberücksichtigt.
Im Standard 04 ist hierfür ein prima Schaubild erschienen.
Bei den mantelgescheckten Zwergwiddern haben wir nicht nur die Zeichnung zu beachten, sondern auch die Chinchillafarbe. Hierzu gehören die Deckfarbe und Schattierung, die Zwischenfarbe und die Unterfarbe. Wenn man in das Fellhaar des Chinchilla bläst, kommt ein wunderschöner Felltrichter zum Vorschein. Erst jetzt sieht man das ganze Farbspiel des Trichters und man versteht, warum die Züchter so begeistert sind. Von der scharfen Abgrenzung hängt die Leuchtkraft und Schönheit der Zwischenfarbe ab.
Bei den Zwergwiddern Chinchilla-weiß und chinchillafarbig sehen wir häufig schon sehr gute Deckafarben mit einer ebenso guten Schattierung. Vereinzelnd Tiere mit zu hellen Deckfarben.
Bei der Chinchillafarbe kennen wir die helle, mittlere und dunkle Schattierung. Der mittlere Farbton ist und bleibt der Schönste.
Die Deckfarbe, unter der sich ein schwärzlicher Streifen von 2 - 3 mm befindet, wird durch schwarz-weiße Haare gebildet. Die flockige Schattierung wird hervorgerufen durch büschelweisezusammenstehende, schwarze Grannenhaare, die über den Körper unregelmäßig verteilt sein sollen.
Die Zwischenfarbe bringt die größten Probleme. Sie ist oft noch zu schwach, zu schmal oder verschwommen. Sie soll sich von der Deckfarbe und Unterfarbe scharf abgrenzen, ca 5 mm breit sein und weiß leuchten.
Die dunkelblaue Unterfarbe setzt unmittelbar an der Haarwurzel an und nimmt etwa zweidrittel der Haarlänge ein. Sie sollte möglichst auch im hinteren Bauchbereich sowie im Afterbüschel und in beiden Innenseiten der Schenkel vorhanden sein.
In der Position 6 haben wir ziemlich viele Punkte zu berücksichtigen und nur "10 Punkte" zu vergeben.
Rassebericht Zwergwidder chin-weiss von Sven Ladwig
In unserer Zuchtanlage sitzen die Tiere in Kotwannen, die mit Roggenstroh eingestreut sind. Die Stallgröße beträgt 70 x 70 cm und 70 x 80 cm. Zum Werfen wird eine Wurfbox angeboten, die überwiegend angenommen wird. Die Häsinnen sind fast immer gute Mütter und ziehen ihre Würfe meist verlustfrei auf.
Mit der Zuchttierzusammenstellung muß jeder seinen eigenen Weg finden. Aus Tierschutzgründen sollte man gescheckt x einfarbig paaren. Macht man diese Paarung zu oft, schließt sich der Mantel zur Brust immer mehr und die weiße Fellfarbe wird immer weniger. Auch ginge bei einigen Tieren der Stirnfleck verloren. Bei Schecke x Schecke ist oftmals der Wurf ziemlich bunt und es sind wenig Zeichnungstiere vorhanden. Mit "Weißlingen" habe ich keine Erfahrung. Aber wie gesagt, jeder macht seinen Weg.
Sehr gute Tiere kamen bis jetzt von Martin Basilius, Franz Reß und Martin Smit. Bei diesen Züchtern möchte ich mich noch einmal auf diesem Wege für die Abgabe der hervorragenden Tiere bedanken.
Noch immer ist dieser Farbenschlag eher selten. Vielleicht haben ja jetzt auch andere Züchter Lust bekommen, sich diesem seltenen, aber wunderschönen Farbenschlag anzunehmen, denn es sind wundervolle Tiere und wir haben sehr viel Spaß mit unseren Zwergwiddern chinchilla-weiß.
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Sven Ladwig - Februar 2009 - Wakendorf
Rassebericht Zwergwidder chin-weiss von Sven Ladwig
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